Ihr Themavom 31.10 – 22.04.2017

Weltraumschrott gefährdet Satelliten

nachrichten.de (dpa) | 18.04.2017 | 13:51

Im Kampf gegen den für Satelliten immer gefährlicher werdenden Weltraumschrott hat die europäische Raumfahrtagentur Esa eine stärkere Zusammenarbeit gefordert. «Es kann sich kein Land heraushalten oder für sich allein handeln», sagte Esa-Chef Jan Wörner zum Start einer internationalen Konferenz am Dienstag in Darmstadt. «Für uns ist klar, dass das Thema Weltraumschrott ernst ist.» Das viertägige Treffen im Esa-Satelliten-Kontrollzentrum gilt als weltweit größte und wichtigste Veranstaltung zum Thema Müll im All. Die Konferenz findet seit 1993 alle vier Jahre statt. Erwartet werden rund 400 Teilnehmer - Ingenieure, Wissenschaftler, Manager, Vertreter von Industrieunternehmen und Hochschulen sowie Entscheidungsträger aus allen wichtigen Raumfahrtnationen. Der Weltraum sei in einer Welt voller Hochtechnologie «ein Teil der Infrastruktur etwa für Telekommunikation und Navigation, wie Straße und Schiene», so Wörner. Eine Gefahr etwa durch Kollisionen dürfe nicht kleingeredet werden. «Wir müssen auch bei niedrigen Wahrscheinlichkeiten etwas tun.» Als gefährlich gelten nicht nur größere Trümmerteile von ausgedienten Satelliten oder von Raketenresten. Schätzungen zufolge gibt es laut Esa rund 750 000 Objekte zwischen einem und zehn Zentimetern Durchmesser. Da sie mit enormem Tempo unterwegs sind, können sie bei einem Aufprall mit einer Geschwindigkeit von 40 000 Stundenkilometer die Wucht einer Handgranatenexplosion haben. Eine besondere Herausforderung der Zukunft seien die von Unternehmen vorgesehenen sogenannten Mega-Konstellationen, wie Konferenzleiter Holger Krag von der Esa sagte. Dabei sollen etliche Satelliten auf einmal ins All geschossen werden. «Das ist eine Revolution der Raumfahrt.» Bisher seien rund 7000 Satelliten in den Weltraum gebracht worden. Dies sei bei Mega-Konstellationen in einer Mission möglich. Die neuen Großprojekte sollen zum Beispiel eine weltweite Versorgung mit Internet ermöglichen. Die Zahl von Kollisionen mit Weltraumschrott könnte sich dadurch deutlich erhöhen. Als eine Möglichkeit, auch kleinere Trümmerteile zu erkennen, plant der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus ein Teleskop im Weltraum selbst. «Das wäre für Europa ein Meilenstein», sagte der Projektmanager bei Airbus, Jens Utzmann. «So etwas gibt es für Europa noch nicht.» Ein solches Teleskop sei für 2020 geplant.

Foto: dpa
Artikel über die Zeit
Weitere Artikel zu diesem Thema

Müllabfuhr für Weltraumschrott geplant

➚ rp-online.de | 22.04.2017 | 08:50
Europas Raumfahrtagentur Esa will ausgediente Satelliten in der Erdumlaufbahn einfangen.


Müllabfuhr gegen Weltraumschrott geplant

➚ nachrichten.de | 21.04.2017 | 14:36
Mit einer Art Müllabfuhr im All wollen Raumfahrtagenturen Weltraumschrott aufräumen. Greifarme und Netze zum Einfangen etwa ausgedienter Satelliten «sollen in wenigen Jahren im All demonstriert werden», sagte Holger Krag zum Ende einer internationalen Konferenz der Europäischen Raumfahrtagentur Esa. Krag leitete das viertägige Treffen zum Thema Weltraumschrott. «Wir müssen zeigen, dass wir es können. Vorher wird niemand die Technologie einsetzen.» Die Beseitigung großer Teile sei «notwendig, selbst wenn die Strategie zur Vermeidung von neuem Weltraumschrott konsequent umgesetzt wird.» Eine Müllabfuhr im All soll das nach dem US-Experten Donald Kessler benannte Kessler-Syndrom verhindern. Bezeichnet wird damit eine unkalkulierbare Kettenreaktion durch Kollisionen, die die Raumfahrt lahmlegen könnte: Trümmerteile stoßen gegeneinander und erzeugen noch mehr Trümmerteile. Im Esa-Satelliten-Kontrollzentrum diskutierten rund 400 Teilnehmer aus allen wichtigen Raumfahrtnationen über Müll im All. Die Veranstaltung gilt ...


Wie auf Erden, so im Orbit - überall Müll

➚ neues-deutschland.de | 18.04.2017 | 21:51
Rund 350 Wissenschaftler, Ingenieure, Manager aus führenden Raumfahrtnationen der Welt beraten noch bis zum Freitag im Europäischen Raumflugkontrollzentrum der Europäischen Raumflugagentur (ESA) in ...


Müll im All : Weltraumschrott gefährdet Satelliten – Esa fordert Zusammenarbeit

➚ berliner-zeitung.de | 18.04.2017 | 14:00
Darmstadt - Satelliten sorgen beispielsweise für Internet und Mobilfunk. Werden sie beim Zusammenprall mit Weltraumschrott zerstört, kann dies fatale Folgen haben. Experten beraten, wie mit dem Müll ...


Immer mehr Schrott im Weltraum

➚ rp-online.de | 18.04.2017 | 10:32
Eine internationale Konferenz der europäischen Raumfahrtagentur Esa setzt sich bis Freitag mit Weltraumschrott auseinander. Es ist die weltweit größte und wichtigste Veranstaltung zu diesem Thema.


Justiz: Die Justiz in Itzehoe wird digital

➚ focus.de | 31.10.2016 | 19:17
Die Justiz in Itzehoe wird digital. Das Landgericht wird nach eigenen Angaben als erstes Gericht in Schleswig-Holstein am Dienstag den elektronischen Rechtsverkehr starten, wie Gerichtssprecher Philipp Terhorst am Montag mitteilte.